Verzinken ist eine Form der Oberflächenveredelung, die Stahl besonders gut vor Korrosion schützt. Gewöhnliche Beschichtungen wie Lackierungen oder Pulverbeschichtungen, schützen den Bauteil, indem sie eine Rektion mit Sauerstoff (Oxidation) verhindern. Wird die schützende Schicht aber beschädigt, tritt an der Schadstelle schnell Korrrosion auf.

Beim Verzinken hingegen besteht die Schutzschicht aus einer dünnen Schicht Zink, die Zusätzlich zum Schutz vor Sauerstoff, noch eine entscheidende Eigenschaft mitbringt. Das Zink der Beschichtung ist unedler als die darunterliegende Stahlkonstruktion. Die Zinkschicht wirkt deshalb als sogenannte Opferanode. Dies bewirkt, dass die umliegende Stahlkonstruktion so lange vor Korrosion geschützt ist, bis die Zinkschicht aufgebraucht ist.

Dadurch sind die Stahlkonstruktionen auch bei Fehlstellen wie Kratzern, Schnitten, Bohrungen oder Kanten noch vor Korrosion geschützt. Bei größeren Fehlstellen sollte man dennoch nacharbeiten um Korrosion zu vermeiden. Weiters sollte man auch bei der anschließenden Verarbeitung Rücksicht auf den Korrosionsschutz nehmen und dies bei der Einbausituation und bei der Wahl der Verbindungselemente beachten.

Weitere Details zum fachgerechten Verzinken und dem Umgang mit verzinkten Stahlkonstruktionen, können Sie den, am Ende des Textes angefügten, Normen entnehmen.

 

Verfahren zum Verzinken von Stahlkonstruktionen

 

Feuerverzinken

Beim Feuerverzinken werden die Stahlkonstruktion oder die Bauteile in ein Bad aus flüssigem Zink getaucht. Die Temperatur des Zinks liegt dabei bei ca. 450°C. Die Zinkschichtdicken liegen dabei zwischen 50 und 150 Mikrometer. In kontinuierlichen Bandverzinkungsanlagen, wie sie in etwa zum Verzinken von Stahlblechen oder Rohren verwendet werden, werden auch deutlich geringere Zinkschichtdicken erzeugt.

Kosten für Feuerverzinken

Je nach Auftragsvolumen, Größe und Komplexität der Bauteile oder Stahlkonstruktionen beginnen die Preise für Feuerverzinken bei ca. 0,20 €/kg. Geeignete Lieferanten zum Feuerverzinken aus Zentral- und Osteuropa finden Sie in unserem Verzeichnis.

 

Galvanisches Verzinken

Bei Galvanischem Verzinken werden die Bauteile nicht in eine Zinkschmelze getaucht, sondern in ein Elektrolytbad. Die Stahlkonstruktion oder die Bauteile dienen beim Galvanischen Verzinken als Kathode. Als Anode dient eine Elektrode aus reinem Zink. Durch das Anlegen einer Spannung lagert sich nun eine Zinkschicht auf der Stahlkonstruktion ab. Die Dicke dieser Zinkschicht kann man durch die Dauer des Verfahrens steuern. Allerdings wird die Zinkschicht nicht überall gleichmäßig dick. In der Regel errreicht man dadurch Schichtdicken zwischen 5 und 40 Mikrometer , was deutlich weniger ist als beim Feuerverzinken. Der Korrosionsschutz durch galvanisches Verzinken ist daher grundsätzlich schlechter als beim Feuerverzinken, das Verfahren bietet aber auch Vorteile:

Durch die geringe Dicke der Zinkschicht ist die Massgenauigkeit der Bauteile besser als beim Feuerverzinken. Gewinde in etwa müssen beim Galvanischen Verzinken nicht nachgearbeitet werden. Weiters kann es auch für Temperaturempfindliche Werkstücke angewandt werden. Zur weiteren Verbesserung des Korrosionsschutzes können die Bauteile noch chromatiert oder pulverbeschichtet werden.

Kosten für Galvanisches Verzinken

Die Kosten für Galvanisches Verzinken sind ungleich höher als beim Feuerverzinken und beginnen bei rund 1€/kg. Geeignete Lieferanten zum Galvanischen Verzinken finden Sie in unserem Branchenverzeichnis.

 

Spritzverzinken

Beim Spritzverzinken wird Zinkdraht geschmolzen und wie beim Lackieren mittels Druckluft auf das Werkstück aufgebracht. Die Schichtdicken ähneln denen des Feuerverzinkens und liegen zwischen 80 und 150 Mikrometer. Das Spritzverzinken kann auch bei Bauteilen angewendet werden, die nicht für das Feuerverzinken geeignet sind.

Entscheidende Nachteile sind, dass es nicht in Hohlräumen angewendet werden kann und dass der Arbeitsaufwand vergleichsweise hoch ist. Weiters müssen die Bauteile nach dem Spritzverzinken noch weiter beschichtet oder lackiert werden. Die Lohnkosten sind also ein entscheidender Faktor beim Spritzverzinken, weshalb es sich anbietet Lieferanten für das Spritzverzinken im CEE Raum zu finden.

 

Weitere Verfahren

Zinklammellenbeschichtung – Die Zinklammellenbeschichtung bietet sich für Scharauben und Kleinteile in größeren Mengen an.

Mechanisches Verzinken – Das Mechanische Verzinken wird bei Federn und Befestigungsteilen angewendet.

Diffusionsverzinken, auch Sheradisieren genannt – Das Diffusionsverzinken wird für Bauteile mit hoher Temperaturbeständigkeit verwendet.

Lieferanten zum Verzinken finden

Unser IATF 16949 zertifiziertes Partnerunternehmen in Ungarn bietet unterschiedliche Leistungen im Bereich des Verzinkens und weiterer Oberflächenbehandlungen an:

  • Verzinken von Stahl
  • Vernickeln von Kupfer
  • Chemisches Vernickeln (7-9% P) von Stahl
  • Verkupfern von Stahl
  • Versilbern von Stahl, Kupfer oder Messing
  • Verzinnen von Kupfer
  • KTL Beschichtung von Stahl oder Zink
  • ZnNi Zink Nickel Beschichtung

 

Lieferanten für verzinkte Stahlkonstruktionen finden

In der Regel übernehmen die Fertigungsbetriebe für Stahlbau die Auftragsabwicklung mit der jeweiligen Verzinkerei. Über unseren Vermittlungsservice können Sie ohne viel Aufwand Lieferanten für verzinkte Stahlkonstruktionen finden.

 

Verzinken für Bastel- oder Laboranwendungen

Galvanisieranlangen selbst bauen

Für den Bastelbedarf und für kleine Teile wie Schmuck gibt es Eigenbausets zum galvanischen Verzinken* für zuhause. Diese werden in der Regel zum Versilbern oder Vergolden verwendet, mit den geeigneten Elektrolyten* und einer geeigneten Zinkanode* sind sie aber auch zum Verzinken geeignet.  Neben Galvanisierbädern gibt es auch einfachere Handgalvanisiergeräte*.

Zinkstaubfarbe oder Flüssigzink

Zinkstaubfarbe und Flüssigzink* sind einfache Möglichkeiten um einen kathodischen Korrosionschutz nachträglich anzubringen. Es handelt sich dabei um eine Grundierung, die feine Zinkpartikel enthält. Dieser Zinkstaub sorgt für die Korrosionshemmenden Eigenschaften. Es gibt sie sowohl zum streichen, als auch als praktische Zinksprays*.

 

Weiterführende Literatur zum Verzinken von Stahl:

Handbuch Feuerverzinken*

DIN EN ISO 1461 – Durch Feuerverzinken auf Stahl aufgebrachte Zinküberzüge (Stückverzinken) – Anforderungen
und Prüfung – und zugehöriges Beiblatt 1
DIN EN ISO 14713 – Schutz von Eisen- und Stahlkonstruktionen vor Korrosion – Zink- und Aluminiumüberzüge –
Leitfaden
DIN EN 2063 – Thermal spraying – Metallic and other inorganic coatings – Zinc, aluminium and their alloys (ISO 2063:2005)

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Quellen: Wikipedia, obenstehende Normen