Die Aufwendungen für Stahlbau sind für viele Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau ein bedeutender Anteil der direkten Einkaufskosten. Aber auch in Hinblick auf indirekte Einkaufskosten hat der Stahlbau einen hohen Stellenwert.

Rohstoffpreissenkungen einfordern

Vor allem beim Einsatz hoch legierter Stähle oder bei Gussteilen sollte der Einkauf immer die Rohstoffpreise im Auge behalten. Insbesondere Nickel, das bei hitzebeständigen Stählen zum Einsatz kommt, ist hochvolatil. Ein Rückgang der Rohstoffpreise sollte umgehend als Argument für eine Senkung der Einkaufskosten verwendet werden. Geeignete Daten werden vom Statistischen Bundesamt erhoben und zur Verfügung gestellt. Es gibt aber auch verschiedene Magazine und Webseiten, die diese Daten übersichtlich aufbereiten z.B. Fertigung.de.

Schutzzölle für Stahlprodukte beachten

Derzeit werden Zölle auf Stahl und Stahlprodukte eher weltweit angehoben als gesenkt. Das Pendel wird aber mit Sicherheit auch wieder in die andere Richtung ausschlagen. Aus diesem Grund sollten Sie Preiserhöhungen Ihrer Lieferanten aufgrund von Schutzzöllen sehr genau beobachten.

Konkurrenz fördern

Langjährige Lieferantenbeziehungen vermindern Schnittstellenrisiken und wirken sich in der Regel positiv auf die Qualität aus. Dennoch sollten sie Ihre Stahlbaulieferanten regelmäßig mit Alternativlieferanten vergleichen, um die Einkaufskosten gering zu halten und Versorgungsrisiken vorzubeugen. Gerne unterstützen wir Sie dabei. Führen Sie jetzt einen unabhängien Kostenvergleich für Ihre Stahlbauteile durch!

Indirekte Einkaufskosten beachten

Bei der Senkung der Einkaufskosten werden oft die direkten Kosten vorrangig betrachtet und die indirekten Kosten ausgeblendet. Das ergibt auf den ersten Blick ein nettes Projektergebnis, langfristig erhöhen sich die Kosten aber wieder. Indirekte Einkaufskosten lassen sich am besten durch Bündelung und Prozessoptimierung senken.

Bündelung von Anfragepaketen

Viel Potential zur Senkung der Einkaufskosten liegt dabei in der Bündelung von Anfragen bei wenigen, qualifizierten Lieferanten. Dadurch werden interne Aufwände und Schnittstellen durch Beistellungen, Qualitätssicherung und Administration erheblich verringert.

Transportkosten beachten

Die Transportkosten werden von vielen Unternehmen, egal ob Kunde oder Lieferant, als nebensächlich betrachtet. Hier wird sehr viel Potential zur Senkung der Einkaufskosten verschenkt. Die meisten Unternehmen bevorzugen, dass sich der Lieferant um den Transport kümmert. Nur sehr große Abnehmer habe in der Regel fixe Abkommen mit Spediteuren.

Für die Lieferanten sind die Transportkosten durchzureichende Kosten, sie werden sich also nicht besonders für deren Senkung einsetzen, sofern es nicht die Vergabe beeinflußt.

Gerade bei kleinen Lieferungen und Palettenware sind die Preisunterschiede enorm. Einige Spediteure können diese besser bündeln als andere und geben diesen Kostenvorteil weiter.

Wenngleich es sich meist auszahlt, die Organisation des Transports selbst in die Hand zu nehmen, sollte man dennoch immer mit dem Lieferanten Rücksprache halten. Einige Lieferanten liefern regelmäßig Stahlbauteile aus Serienproduktion nach Deutschland oder Österreich und können im Bereich ihrer Lieferroute sehr günstige Transportkonditionen anbieten.

Fazit: Bei den Einkaufskosten im Stahlbau immer auf die Balance direkter und indirekter Kosten achten

Die direkten Einkaufskosten lassen sich zwar am einfachsten vergleichen, aber gerade deshalb sollte man hier auch vorsichtig sein. Gerade bei einfachen Stahlbauteilen mit simpler Kalkulation muss man hinterfragen, ob der billigste Anbieter wirklich dauerhaft die niedrigsten Einkaufskosten bringt. Die Preise von Stahl und Arbeitszeit sind recht transparent und wenn diese nicht nachvollziehbar sind, dann wird ein vermeintlich günstiger Preis nicht lange zu halten sein. Bei Einmalbedarfen mag das irrelevant sein, aber bei langfristigen Bedarfen besteht die Gefahr, dass der Lieferant den Preis erhöhen muss, die Qualität schlechter wird oder dass er im schlimmsten Fall gar nicht mehr liefern kann.

Die Senkung der indirekten Einkaufskosten hat hingegen den Vorteil, dass hier durch Prozessoptimierung an Nebenkosten gespart wird, die sich nicht negativ auf die Qualität und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Lieferanten auswirken.